I.V.N. Incipit Vita Nova (2000-2013) photos, drawings, objects. Book: Kerber publishers (Germany)

Ben G. Fodor:  I.V.N. (Incipit Vita Nova)

Holzmaquetten, Zeichnungen auf Verputzfragmenten, C-Prints auf Dibond, gerahmt

 

I.V.N. ist ein Langzeitprojekt, entstanden in den Jahren 1999 – 2013. Die Werkgruppe besteht aus Fotoarbeiten, semi-fiktionalen Architekturmodellen sowie Zeichnungen auf abgeschlagenen Verputzfragmenten, die archäologischen Fundstücken ähneln.

 

Das Projekt stellt eine groß angelegte künstlerische Recherche zur Rolle von Utopien in Vergangenheit und Zukunft dar, „eine Archäologie von Raum und Macht. Fodors Interesse an Architektur ist nicht einfach architektonischer, sondern konzeptueller und politischer Natur“ (Sylvère Lotringer). Mit I.V.N. „reiht sich Fodor ein in die Genealogie wichtiger Künstler, die sich mit Motiven des Zusammenspiels von Ideologie, Architektur und verschütteten Utopien auseinandergesetzt haben. Wichtig ist, dass erstmals Querverbindungen innerhalb dieses Spektrums gesucht werden“. (Georg Schöllhammer). Nämlich Querverbindungen zwischen architektonischen Spuren des realen Sozialismus wie auch des Faschismus und des Nationalsozialismus. „Diese politisch grundierte Recherche vergisst aber auch nicht, die architektonischen Embleme des aktuellen Souveräns, d.h. des Kapitals, in diesen Vergleich mit einzubeziehen“ (Peter Kunitzky, Kritiker für die taz, springerin u.v.m., in eikon).

 

Die realen Gebäude, die den semifiktionalen Holzmodellen zugrunde liegen, „visualisieren Gedankengebäude. Von diesen Gedankengebäuden leite ich die Modelle ab“ (Fodor).

Die drei Holzboxen im Zyklus - Pater Noster Square, Hiroshima und Tempelhof - oszillieren zwischen Luftbildern von realen Orten und abstrakten Grafiken. Pater noster square zitiert den Platz vor der Londoner Börse mit seinem charakteristischen Bodenmuster. Die Statue vis à vis der Börse ersetzt Fodor durch eine Spielfigur.

 

Ausstellungen u.a.: Kunstsammlung Jena (große Museumsschau); Kepes Zentrum Eger, The Barn Oxford in Kooperation mit dem ZKM Karlsruhe

 

2014 erschien bei Kerber (Bielefeld / Berlin) ein 220-seitiges Künstlerbuch mit Texten / conversations von Sylvère Lotringer und Georg Schöllhammer.

 

Ben G. Fodor: NOOSPHERE

C-Prints auf Dibond, gerahmt

Im geistigen Orbit