Ben G. Fodor: NOOSPHERE

C-Prints auf Dibond, gerahmt

 

In dem Zyklus noosphere thematisiert Ben G. Fodor einen sich wandelnden Blick auf die Welt, der unter den Bedingungen von Globalisierung und Massenmigration möglich wird.

Zur Entstehungszeit der Serie 2007 hielt der 1981 aus Ungarn geflüchtete Künstler fest:„Durch das Exil vermag man stufenweise einen Zustand zu erreichen, für den ich nachträglich den Begriff „im geistigen Orbit“ gefunden habe. Die Erfahrung des Exils ist die Raumkapsel, aus der ich zu fotografieren beginnen kann. Was ich aus dieser Perspektive mit der Kamera zu sehen versuche, ist ein neues Universum – ein buchstäblich ‚erfundenes’ Universum, zusammengebastelt aus visuellen Fundstücken. Die Bilder zeigen reale, bekannte Gegenstände und Szenarien, ohne Spezialobjektive abgelichtet und nicht digital bearbeitet; jedoch so fotografiert, dass man sie neu sehen kann.

„Um die Erdoberfläche legt sich eine vibrierende Zeitgeisthülle wie in einem Bienenstock, bevor die Bienen ausschwärmen. Dieser soziale Klimawandel verlang nach neuen Blickwinkeln: Es braucht die Multiperspektivität des Migrantenblicks“.

noosphere bedeutet „Sphäre des menschlichen Denkens“. Eine „intelligente Hülle“ um den Globus, die alle geistigen Prozesse umfasst. Der Begriff wurde in den 1920er Jahren von dem Theologen Teilhard des Chardin und dem Biogeochemiker Wladimir Wernadski geprägt, und in den 1980er von Medientheoretikern wie Marshall McLuhan neu belebt. Fodor ging nicht den virtual reality-Bezügen des Wortes nach, sondern versuchte, die Noosphäre in künstlerischer Hinsicht neu zu erfinden.

Ausgestellt u.a.: Hauptausstellung steirischer herbst 2008

Zu noosphere ist 2007 ein Künstlerbuch mit einem Essay von Marc Gisbourne erschienen. An dem Projekt war Cathrin Pichler kuratorisch beteiligt.